Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Uniklinik Bonn

Hygiene

Die sorgfältige Einhaltung von Hygienebestimmungen gehört seit jeher zu den täglichen Aufgaben in der Medizin. Der Stellenwert von Hygienemaßnahmen hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Einer der Gründe hierfür ist das zunehmende Aufkommen von sogenannten „multiresistenten Erregern" und die Gefahren, die von Ihnen ausgehen. An der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, wie auch am gesamten Universitätsklinikum Bonn, widmen wir uns diesen Gefahren mit besonderer Aufmerksamkeit. So wird bei allen Patienten, die sich bei uns in Behandlung begeben, zu deren Schutz, zum Schutze ihrer Angehörigen und im Interesse unserer anderen Patienten, noch vor der Aufnahme auf eine unserer Stationen ein spezielle Untersuchung in Form eines „Screening" gegen multiresistente Erreger durchgeführt.

Was sind „multiresistente Erreger"?

Zumeist handelt es sich bei multiresistenten Erregern um Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika immun geworden sind. Für die Behandlung von Infektionen mit solchen Keimen stehen oft nur noch die sogenannten „Reserveantibiotika" zur Verfügung.

Der so genannte Methicillinresistente Staphylokokkus aureus (MRSA) ist einer der verbreitetsten multiresistenten Erreger, die uns im klinischen Alltag begegnen. Er ist vor allem deshalb bedrohlich, weil eine Infektion bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu schweren Folgeerkrankungen führen kann. Gelangen der Keim oder dessen toxische Abfallprodukte in den Blutkreislauf, droht eine Sepsis – eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Bei einem Befall der Lungen kann eine Lungenentzündung entstehen. Nach Operationen können sich Knochenentzündungen – Osteitis/Osteomyelitis – ausbilden.

Wie werden multiresistente Erreger übertragen?

Die Infektion mit einem multiresistenten Erreger ist für einen gesunden Menschen relativ unwahrscheinlich. Unser natürliches Immunsystem ist normalerweise in der Lage der „Bedrohung" zu begegnen. Dennoch ist es ohne weiteres möglich die Keime auf andere Menschen zu übertragen, deren Immunabwehr geschwächt ist.

Im Umfeld des Krankenhauses findet die Übertragung häufig durch den Kontakt mit erkrankten beziehungsweise mit vom Erreger besiedelten Personen statt. In anderen Fällen gehören die Erreger bereits zu den Bestandteilen der körpereigenen Standardflora, die auf unserer Haut oder in unserem Magen-Darm-Trakt siedelt.

Wie kann die Infektion mit multiresistenten Erregern vermieden werden?

Grundlegende Maßnahme zur Vermeidung von Ansteckungen mit multiresistenten Erregern ist die konsequent und sorgfältig vorgenommene Handdesinfektion. Weil 70-80% der im Krankenhaus vorkommenden multiresistenten Erreger von den Patienten bereits mitgebracht werden, ist es wichtig, dass nicht nur von den Ärzten und Pflegern, sondern auch von den Patienten und ihren Besuchern auf die Durchführung von Handdesinfektionen geachtet wird.

An allen Eingangsbereichen der Gebäude am Universitätsklinik Bonn sowie auf allen Stationen und in jedem Patientenzimmer, haben wir zum Schutz unserer Patienten und ihrer Besucher Desinfektionsspender installiert. Bitte helfen Sie zum Wohle aller mit, indem Sie während ihres Aufenthalts bei uns regelmäßig Gebrauch von diesem Angebot machen.